SPD-Kreistagsfraktion wünscht kostenlose Sommerschule im ganzen Heidekreis

Bild: Kastendieckhaus

Nach dem Willen der SPD-Kreistagsfraktion im Heidekreis soll im Landkreis flächendeckend die Möglichkeit einer Sommerschule geschaffen werden. Dies geht aus einem Antrag hervor, den die Sozialdemokraten im Kreistag gestellt haben. Ziel einer solchen Sommerschule soll es sein, neben der Entlastung von Eltern, die wegen der Corona-Krise z.B. auf Urlaub verzichten mussten und ihre Kinder im Homeschooling begleitet haben, Schüler*innen in den Sommerferien den Raum zu geben, Versäumtes aufzuholen. „Die Corona-Pandemie ist trotz der enormen Anstrengungen aller Seiten ein bildungspolitisches Desaster“, bewertet der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Sebastian Zinke die Auswirkungen des monatelangen Lockdowns im Bildungsbereich. „Deshalb müssen wir jetzt nicht nur die Möglichkeit zur Aufarbeitung von Schulstoff bieten, sondern Raum für versäumte soziale Kontakte und das Miteinander unserer Kinder und Jugendlicher schaffen.“

Bereits im letzten Jahr hatten einzelne Schulen im Heidekreis Konzepte entwickelt, mit denen Schüler*innen während der Sommerferien mit attraktiven Lern- und Freizeitangeboten die Chance eröffnen wurden, etwaige Lerndefizite, verursacht durch das „Zu-Hause-Lernen“, den Wechselunterricht oder durch Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie, auszugleichen und gleichzeitig Zeit mit anderen Kindern und Jugendlichen zu verbringen. Zu diesen Schulen zählte die KGS Schneverdingen und die Grund- und Oberschule (GOBS) in Bispingen. „Leider ist es im letzten Jahr nicht gelungen, ein kreisweites Angebot zu machen“, bedauert Zinke das fehlende kreisweite Angebot im Jahr 2020. „Deshalb müssen wir jetzt den ganzen Kreis in den Blick nehmen und flächendeckend ein Angebot machen!“ In ihrem Antrag bittet die SPD-Kreistagsfraktion daher den amtierenden Landrat und die Kreisverwaltung koordinierend zu wirken mit dem Ziel, in den kommenden Sommerferien allen Kindern im Kreis ein entsprechendes Angebot machen zu können. Dabei sollen Angebote nicht nur in Schulen gemacht, sondern weitere Einrichtungen und Institutionen einbezogen werden.

Unterstützung und Rückenwind für die angedachten Projekte könnte jetzt aus Berlin und Hannover kommen: Durch Bundesmittel aus dem sog. „Aufholpaket“ stehen dem Land Niedersachsen insgesamt 200 Millionen zur Verfügung. Derzeit arbeite die Landesregierung an der Umsetzung auf Landesebene. Aus diesen jetzt entwickelten Programmen könnten sich für den Heidekreis entsprechende Möglichkeiten ergeben, für die Familien kostenlose Angebote zu ermöglichen und den Schülerinnen und Schülern attraktive Lern- und Freizeitangebot anzubieten. „Deshalb müssen wir uns jetzt vorbereiten“, mahnt Zinke. „Es geht um die Zukunftschancen unserer Kinder und um Bildungsgerechtigkeit im Heidekreis. Es muss jetzt darum gehen, diejenigen zu fördern, deren Eltern sich kommerzielle Angebote nicht leisten können und die vielleicht nicht motiviert sind, Angebote für ihre Kinder zu suchen“. Die SPD Kreistagsfraktion geht an dieser Stelle von einer kurzfristigen Prüfung seitens des Landkreises aus, um eine Entscheidung im Kreistag herbeizuführen und ein entsprechendes Angebot in den Sommerferien anbieten zu können.