Mindestlohn für Landwirte?

Die Protagonisten von links: Aynur Colpan, Vorsitzende SPD Heidekreis Jörg Kremser, SPD Vorstand Neuenkirchen Marcus Thiemann, Mitbetreiber von Emmas Dorfladen Carmen Wilson, Vorsitzende SPD-Ortsverein Neuenkirchen Jürgen Renken, Landwirt Sebastian Zinke, SPD MdL und Vorsitzender Heidekreis SPD Bild: Gunda Stöbele

Der „Heidekreis-Dialog“, eine Online-Diskussionsreihe der Heidekreis-SPD, wurde in Neuenkirchen fortgesetzt, wo das Thema Landwirtschaft im Mittelpunkt stand. Jürgen Renken, Landwirt aus der Neuenkirchener Ortschaft Sprengel-Königshof, gab hier wichtige Diskussionsimpulse nach der Begrüßung durch die Neuenkirchener SPD-Vorsitzende Carmen Wilson. Der Ort der Diskussion war passend gewählt mit Emmas Dorfladen, in dem lokale Produzenten ihre Produkte anbieten können.

Landwirt Jürgen Renken ist im Bereich der Milchwirtschaft aktiv; 65 Kühe in Weidehaltung gehören zum Betrieb. Es werden Kartoffeln angepflanzt und in der Direktvermarktung sowie in Emmas Dorfladen an die Kundschaft gebracht, aber Hof Renken beliefert auch zehn Filialen einer Lebensmittelkette mit seinem regionalen Produkt, der Kartoffel. Doch bis dahin war es ein längerer Weg, berichtete er der Online-Diskussionsrunde. Das Holz aus seiner Forstwirtschaft vermarktet er selber.

Klar wurde, dass die globale Vermarktung von Milch- und Milchprodukten nicht ausgeklammert werden könne. Deswegen könne nicht die gesamte Milchmenge in Eigenvermarktung an Endverbraucher gebracht werden, aber Jürgen Renken als ein Vertreter der bäuerlichen Landwirtschaft machte einen interessanten Vorschlag: Landwirte sollten für einen Teil ihrer Milchmenge, zum Beispiel 50.000 oder 100.000 Liter einen Garantiepreis erhalten, um einen auskömmlichen Milchpreis zu erzielen. Dann wäre die übrige Milchmenge noch im freien Markt verfügbar. „Der bisherige Milchpreis ist zu niedrig“, stellte er fest. Der SPD empfahl er, diese Anregung mit in ihr Wahlprogramm aufzunehmen, denn ein solches Ansinnen würde gut zur SPD passen.

Positiv aufgenommen wurde dieser Vorschlag in der Diskussion von einer Gewerkschaftsvertreterin, die darin einen Mindestlohn für Landwirte sah, wie er auch in anderen Bereichen im SPD Wahlprogramm mit 12 Euro pro Stunde zu finden sei.

Regionalisierung in Produktion und Absatz, das müsse zusammenzubringen sein, so Renken. Dann würden auch bessere Preise erlöst werden können, was wiederum zu einer Verbesserung der Produktionstechnik führen würde. Hier schaltete sich auch Marcus Thiemann von Emmas Dorfladen in die von der SPD-Unterbezirksvorsitzenden Aynur Colpan geleiteten Diskussionsrunde ein. Wichtig sei, Transparenz zu schaffen für die regionalen Produkte, ohne Etikettenschwindel, damit die Kundenseite die Chance habe, gute Produkte zu erkennen und zu erhalten.

Auch der „Niedersächsische Weg“ wurde zum Diskussionsthema; hierzu informierte der SPD-Landtagsabgeordnete Sebastian Zinke. Einig waren sich die aktiv Diskutierenden in der Forderung: „Mindestlohn für Bauern – das passt gut zu dieser Partei.“