Die SPD setzt ihren Heidekreis-Dialog in Bispingen fort

Bild: Pagels

Die SozialdemokratInnen im Heidekreis haben vor kurzem ihren geplanten Heidekreis-Dialog in einer Veranstaltung mit 60 Teilnehmern eröffnet. Ziel der Veranstaltungsreihe sei es „gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern des Heidekreises den Nord-Süd-Konflikt im Heidekreis aufzuarbeiten, Vertrauen zu stärken, tiefe Gräben zu überwinden über die Zukunft des Heidekreises zu sprechen“ – so die beiden Vorsitzenden der SPD im Heidekreis Aynur Colpan und Sebastian Zinke. Seitdem folgt pro Woche, so sieht es der Plan vor, immer eine weitere Veranstaltung – jedes mal in einem anderen Ort im Heidekreis zu einem anderen Thema. Ihre zweite Veranstaltung in der Dialogreihe hat die Kreis-SPD mit ihren Mitgliedern im Ortsverein Bispingen organisiert und digital zu einer Mobilitätskonferenz eingeladen. Als Fachmann zu diesem Thema hat die SPD Prof. Dr. Pez von der Leuphana Universität Lüneburg eingeladen. Die weiteren circa 40 Gäste waren Vertreter der von Bürgerbusvereinen und Gewerkschaften sowie zahlreiche interessierte BürgerInnen.

„Bispingen birgt großes Potential, neue Mobilitätskonzepte für zukünftige Generationen hier vor Ort zu entwickeln – wir wollen diesen Prozess aktiv gestalten“ so der Vorsitzende der SPD in Bispingen Jan-Ole Witthöft. In seinem Impuls-Referat setzte Prof. Dr. Pez anschließend mehrere Schwerpunkte, auf die es bei Mobilitätskonzepten im ländlichen Raum ankomme – den demographischen Wandel im ländlichen Raum nannte Pez als größte Herausforderung. Durch die Entwicklung, dass immer mehr junge Menschen in Zukunft ländliche Räume verlassen werden, bestünde für viele ländliche Ortschaften abseits von zentralen Verkehrsknotenpunkten eine Existenzgefahr. Vor diesem Hintergrund zeigte Prof. Pez die Wichtigkeit des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) auf. Bessere Taktungen von Bussen schaffen gleichzeitig mehr Anreize für junge Menschen. Auch die Größe und Kapazität von Bussen müsse man überdenken. Gerade für Bispingen führten Pez und OV-Vorsitzender Witthöft die Reaktivierung stillgelegter Schienen als Möglichkeit auf.

Aus der lebhaften Diskussion im Anschluss haben die SozialdemokratInnen im Heidekreis einige Impulse wie zum Beispiel die Kompetenzerweiterung der Mobilitätszentrale des Landkreises mit auf den Weg genommen – die so zum Beispiel den starren Linienverkehr im Landkreis durch flexiblere gesteuerte Angebote ersetzen und ergänzen könnte. Der hiesige Landtagsabgeordnete Zinke brachte als „verbindende“ Idee einen sogenannten Heidekreis-Tag ins Spiel, bei dem alle EinwohnerInnen die Gelegenheit hätten, kostenlos Bus und Bahn zu nutzen, und so ihre Heimat besser kennen zu lernen. So könnten die gesamte Fläche des Heidekreises für den ÖPNV erreichbar sein. Der Konsens für viele Teilnehmende wird im Laufe der Diskussion klar: Die Zeit dränge mit der fortschreitenden demographischen Entwicklung – nicht nur in Bispingen, sondern in allen ländlichen Regionen. „Es gibt viele Zukunftsideen und realistische Konzepte die wir umsetzen müssen damit wir uns nicht abhängen lassen und als Region stark bleiben“ fasst Witthöft zum Ende der Veranstaltung zusammen.

Viele Teilnehmende bedankten sich für das Format und Ideenaustausch. Die SPD-Vorsitzenden Zinke und Colpan verwiesen zum Schluss auf die nächsten Veranstaltungen des Heidekreis-Dialogs.