SPD Heidekreis übergibt Spenden vom Neujahrsempfang an ambulante Hospizdienste im Landkreis

Bild: SPD Heidekreis

Jedes Jahr sammelt die SPD Heidekreis auf ihrem Neujahrsempfang Spenden für Vereine oder Verbände, die sich gesellschaftlich engagieren. In diesem Jahr sollten die Spenden an die fünf ambulanten Hospizdienste im Heidekreis gehen. Insgesamt kamen beim Neujahrsempfang im Januar 1100 Euro zusammen – die bisher höchste erreichte Summe beim jährlichen Event der SPD im Landkreis. Jeder ambulante Hospizdienst erhält so eine Summe von 220 Euro. Aufgrund der Corona-Pandemie verzögerte sich die Spendenübergabe, konnte aber kürzlich mit den Vertretern der ambulanten Hospizdienste und dem Vorstand der SPD Heidekreis nachgeholt werden.

Lars Klingbeil übergab als Kreisvorsitzender der SPD gemeinsam mit Tatjana Bautsch (stv. Vorsitzende), Stephanie Havemann (stv. Vorsitzende) und dem Landtagsabgeordneten Sebastian Zinke den Scheck an die ambulanten Hospizdienste. Die Gäste bedankten sich ausdrücklich für diese sehr wichtige ehrenamtliche Tätigkeit. Erschienen waren vom Kinder- und Jugendhospizdienst Calluna Angela Schreiber, Vorsitzende und Claudia Demitz, Koordinatorin). Der ambulante Hospizdienst Lebensbrücke Soltau wurde von Marianne Krafft vertreten, für den ambulanten Hospizdienst Walsrode war Ilona Bremer erschienen. Die Runde komplett machten Erika Hanke vom Hospizdienst Schneverdingen sowie Katja Voss vom Hospizdienst Heidekreis, der seinen Sitz in Soltau hat.

„Die ambulanten Hospizdienste begleiten schwer erkrankte Menschen und deren Angehörige in der letzten Phase ihres Lebens. Die ehrenamtlich Tätigen leisten auch nach dem Tod der Patienten wichtige Trauerarbeit. Ich habe höchsten Respekt vor diesen Aufgaben und bewundere das Engagement“, so Lars Klingbeil.

Wichtigstes Gesprächsthema beim Treffen mit den ambulanten Hospizdiensten war die Arbeit während der Pandemie. Mit dem Lockdown und den coronabedingten Maßnahmen endete auch abrupt die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen. Abstandsregelungen zwingen die Ehrenamtlichen ihre Arbeit umzustrukturieren, während des Lockdowns musste die Arbeit komplett ruhen. Nur langsam erhalten die ambulanten Hospizdienste wieder Zugang zu Pflegeheimen. Viele Einrichtungen würden lieber die Bewohnerinnen und Bewohner schützen und deshalb keine Besuche durch Hospizdienste erlauben. Auch Angehörige haben Angst vor einer Ansteckung durch Corona und verzichten daher auf wichtige Trauersterbebegleitung und familiäre Unterstützung durch die ambulanten Hospizdienste. Die Pandemie wirkt sich stark auf die finanzielle Lage der Hospizdienste aus.

Normalerweise erhalten ambulante Hospizdienste von den gesetzlichen Krankenkassen pro Sterbebegleitung eine Pauschale – aufgrund der fehlenden bzw. stark reduzierten Begleitungen in 2020 entstehen bei den Hospizdiensten große Finanzierungslücken. Der Dachverband der ambulanten Hospizdienste (HPNV) verhandelt momentan mit den GKV für eine Lösung. Wunsch wäre, dass man einen Richtwert zur Refinanzierung in 2020 vereinbart und z.B. aus dem Mittelwert der letzten zwei Jahre eine Summe beschließt, die die ambulanten Hospizdienste erhalten. Große Schwierigkeiten bereiten auch die wegfallenden Spenden. Trauerbegleitung ist derzeit stärker nachgefragt, wird jedoch finanziell gar nicht von den Kassen unterstützt. Bis heute fehlen allen ambulanten Hospizdiensten im Heidekreis Spenden zur Weiterführung ihrer Arbeit und der Ausstattung der jeweiligen Räumlichkeiten. „Die Spende der SPD Heidekreis fühlt sich angesichts der schwierigen finanziellen Lage wie ein Tropfen auf den heißen Stein an“, befürchtet Sebastian Zinke. „Die Arbeit der ambulanten Hospizdienste ist wichtig, deshalb sind hier weitere Spenden notwendig“, bekräftigt Lars Klingbeil. „Es wäre schön, wenn deshalb mehr Menschen aus dem Heidekreis an die ambulanten Hospizdienste spenden, um die Arbeit zu unterstützen und die Situation zu entschärfen“, so der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD Heidekreis weiter.