Potenziale des Heidekreises nutzen und landesweit Vorreiter werden

Bild: Przybylski

Wirschaftsförderung und Energieberatung waren die Themen, über die sich der Landtagsabgeordnete Sebastian Zinke (SPD) und die Kreistagspolitikerin Karin Fedderke (SPD), mit der Leiterin der Energieagentur Heidekreis, Theresa Weinsziehr und dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Deltaland mbH, Michael Krohn, austauschten. Neben der strategisch guten Lage für Gewerbeansiedlungen im Heidekreis und vielen beispielhaften Projekten, informierten sich die beiden Politiker über die aktuellen Herausforderungen und die perspektivischen Entwicklungen für die Zukunft.

Weit oben auf der Liste waren sämtliche Themen im Bereich der Energieeinsparung und der klimaneutralen Energiegewinnung. Bereits heute, berichtete Theresa Weinsziehr, produzieren Biomasse- Wind- und Solaranlagen im Heidekreis mehr Strom als verbraucht wird. Allerdings bestehen bisher keine oder nicht ausreichende Möglichkeiten den erzeugten Strom so zu speichern, so dass dieser bei Bedarf entsprechend abgerufen werden könnte. Bisher werde der erzeugte Strom überwiegend in das Stromnetz der Netzbetreiber eingespeist und verarbeitet. Neben den bisher gebräuchlichsten Arten, wie Photovoltaik oder durch Windkraft den Strom selbst zu produzieren, erörterte Weinsziehr Systeme, die bereits im Vorfeld von Maßnahmen planerisch berücksichtigt werden können, um Privathaushalte und Gewerbekomplexe nachhaltig und effizient mit selbstproduzierter Energie zu versorgen. Von einer über den Bedarf produzierten Menge klimaneutraler Energie, zeigte sich Zinke beeindruckt, „das ist die richtige Richtung und immer mehr Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen legen Wert auf ressourcenschonende und klimafreundliche Energiegewinnung“. Die Energieagentur Heidekreis biete umfangreiche Beratungsleistungen, so Weinsziehr, neben energieeffizientem Bauen und Sanieren in privaten Haushalten, stehen die Leiterin und ihr Team ebenfalls Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen beratend zur Seite.

Ein weiterer Schwerpunkt bildete das Thema Wasserstoff. Sebastian Zinke erläuterte, dass das Niedersächsische Umweltministerium eine Wasserstoffstrategie erarbeite und das Land zu einer Modellregion für die Erzeugung von grünem Wasserstoff werden wolle. „Hier im Heidekreis haben wir sehr gute Bedingungen, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Wir sind Logistikstandort und haben vielen nachhaltig produzierten Strom zur Verfügung, um Wasserstoff zu produzieren. Damit können wir zu einer Musterregion in Niedersachsen werden,“ richtete sich Sebastian Zinke an die Anwesenden. Erste Schritte seien hierzu bereits angelaufen, konnte Michael Krohn von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Deltaland mbH berichten. So laufe aktuell eine Machbarkeitsstudie zur Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff in der Vogelpark-Region an. Hierbei, so zeigte Krohn auf, liege der Fokus auf geeigneten Standorten und Kapazitäten zur Produktion sowie die Nutzungs- und Entwicklungsperspektiven in der Region.

Zinke stellte selbstbewusst fest, dass „der Heidekreis das Potenzial hat, deutlich früher als vom Land geplant, klimaneutral und landesweit Vorreiter werden zu können. Die Entwicklungsmöglichkeiten sind absolut vielversprechend“.