Die Schulen im Landkreis im Blick

Bild: Przybylski

Über die vergangenen Wochen verteilt besuchte der hiesige Landtagsabgeordnete Sebastian Zinke insgesamt sechs unterschiedliche Schulzweige im gesamten Heidekreis und informierte sich über die Herausforderungen, die es für die Lehrkräfte im Präsenzunterricht und beim Homeschooling gibt. Durch die Corona-Pandemie wurde das gesamte Schulsystem auf den Kopf gestellt. Komplette Lehrpläne mussten angepasst und ganze Schule im Homeschooling unterrichtet werden. Nicht nur für die Schülerschaft waren das ungewohnte Zustände, insbesondere die Lehrkräfte waren vor unbekannte Umstände gestellt, die aber, wie aus allen besuchten Schulen berichtet wurde, durch größtmögliches Engagement der Lehrerschaft begegnet wurde.

„Teilweise sind einzelne Lehrerinnen und Lehrer bei der Schülerschaft vorbeigefahren und haben das benötigte Lehrmaterial abgeliefert.“ berichtet Sebastian Zinke über die Schilderungen aus seinen Besuchen. „In anderen Schulen wurde emsig an einem digitalen Konzept gearbeitet, das den Kindern ermöglicht den Unterricht über Computer oder Laptops wahrzunehmen.“

Auch der Übergang zum teilweisen Präsenzunterricht sei geprägt durch ganz unterschiedliche Herausforderungen. Jede einzelne Schule ist angehalten, die erforderlichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen einzuhalten und es mussten laut Zinke ganz individuelle Konzepte erarbeitet und umgesetzt werden. „Neben einem schlüssigen Zugangskonzept, stehen die Schulen vor der zusätzlichen Herausforderung nicht nur die Klassenräume entsprechend der Vorgaben zu belegen, sondern die ganze Fläche des jeweiligen Schulgeländes muss im Konzept berücksichtigt werden, damit notwendige Sicherheitsabstände gewährleistet werden können. Das ist schon eine Mammut-Aufgabe, der sich jede Schule gegenübersteht“, zeigt Zinke großen Respekt gegenüber den Verantwortlichen.

„Wermutstropfen bleibt aber, dass die Versorgung mit Desinfektionsmitteln in großen Teilen nicht so funktioniert hat, wie es Landrat Ostermann im Kreistag kommuniziert hat. Es ist für mich nicht tragbar, dass die Schulen Schutzvorrichtungen und Desinfektionsmittel selbst organisieren mussten, damit die Dinge pünktlich zum Start des Präsenzunterrichts überhaupt vorhanden waren.“ zieht Zinke ein kritisches Fazit gegenüber dem Schulträger. Auch, dass die dringend benötigten digitalen Lehrmedien, wie Computer oder Tablets, nicht zeitnaher organisiert werden, versteht Zinke nicht. „Die Mittel stehen bereit, sogar zusätzliche Mittel sind von Bund und Land kurzfristig aufgelegt worden, scheinbar hakt es bei der Organisation. Das kenne ich aus anderen Landkreisen wesentlich ambitionierter.“ sieht Sebastian Zinke Landrat Ostermann in der Verpflichtung, mehr Tempo einzubringen. „Insbesondere in Familien mit geringem Einkommen, die ihren Kindern nicht die notwendige Ausstattung bereitstellen können, wäre durch die kurzfristige Anschaffung von Leihgeräten über den Landkreis massiv geholfen. Auch hier bin ich der Meinung, dass gute Bildung nicht vom Geldbeutel der Familien abhängen darf.“ macht Zinke deutlich.

Inzwischen hat das Niedersächsische Kultusministerium drei Szenarien für den Schulbetrieb im nächsten Jahr vorgestellt. Sollte das Infektionsgeschehen unverändert bleiben, soll der Betrieb in den Schulen nach den Ferien im „eingeschränkten Regelbetrieb“ fast wieder so starten, wie die Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler dies aus den Vorjahren gewöhnt sind.