Inklusion in der Krippe beginnen lassen – Erkenntnisse aus Gespräch mit der Lebenshilfe fließen in Landtagsantrag ein

„Inklusion muss sorgfältig vorbereitet werden“, forderten Gerhard Suder, Geschäftsführer der Lebenshilfe Soltau, und sein Stellvertreter Oliver Bauer in einem Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Dieter Möhrmann und der Landtagskandidatin Cornelia Baden.

Inklusion ist ein spannendes Thema, war man sich einig. (Von rechts) Gerhard Suder, Geschäftsführer der Lebenshilfe Soltau; Landtagsabgeordneter Dieter Möhrmann und Landtagskandidatin Cornelia Baden sowie Marcel Oelerich und Laura Hirschmann, die in ihrer letzten Ferienwoche ein freiwilliges Schülerpraktikum bei Dieter Möhrmann absolvierten.

Sinnvoll sei es, die Inklusion bereits in der Krippe beginnen zu lassen. Dies sei bisher nicht möglich, da eine Einigung der Kostenträger noch ausstehe. Es sei nun eine landespolitische Aufgabe, so Suder, zwischen dem Kultus- und dem Sozialministerium „eine Brücke zu bauen, über die Krippenkinder dann gehen können“. Denn die Inklusion sei weder in der Krippe, noch in der Kindertagesstätte oder Schule zum Nulltarif umsetzbar. „Inklusion ist immer teurer als Exklusion“, hob Suder hervor. Eine Umsetzung sei nur nach Schaffung der entsprechenden Voraussetzungen möglich und sinnvoll.

Deswegen seien die bestehende und die geplante Krippengruppe im Hause der Lebenshilfe Soltau auch noch keine inklusiv arbeitenden Einrichtungen, sondern Regelgruppen. Aber die Nähe der Frühförderung im eigenen Haus ermögliche es, frühzeitig einen eventuellen Förderbedarf von Kindern abzuklären. Seine Erkenntnisse aus dem Gespräch mit der Lebenshilfe Soltau brachte Dieter Möhrmann im Einvernehmen mit Landtagskandidatin Cornelia Baden einen Tag später in die Diskussion eines Gesetzentwurfes in der SPD-Landtagsfraktion ein. „Wir schlagen als SPD eine Änderung zum Gesetzentwurf vor, der in der nächsten Woche in Landtagsplenum behandelt wird. Ziel ist eine ausdrückliche Aufnahme in das Gesetz, dass eine Inklusion in Krippen ermöglicht wird.“

Die Auswirkungen des beginnenden Inklusionsprozesses auf die Lebenshilfe seien noch nicht klar, erfuhren Cornelia Baden und Dieter Möhrmann auf ihre Nachfrage. Die Lebenshilfe sei keine Sondereinrichtung, hoben Suder und Bauer hervor, sondern im Hause werden auch, wie das Beispiel Krippe zeige, Regeleinrichtungen geschaffen. „So wird behinderten und nicht behinderten Kindern die Möglichkeit geboten, ein Stück Kindheit gemeinsam zu erleben.“ 20 Integrationsassistenten seien zurzeit in Schulen in nördlichen Heidekreis unterwegs, um Kinder in Integrationsklassen zu unterstützen. Dies ermögliche einigen Kindern zurzeit bereits den Besuch von Regelschulen. Auf Nachfrage von Cornelia Baden hob Gerhard Suder hervor, dass ein umfangreiches Personalangebot bei der Lebenshilfe Soltau vorgehalten werde. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen eine Vielzahl von Kernkompetenzen mit“.