Braucht Soltau eine Oberschule? SPD-Kreistagsfraktion sprach mit Vertretern der Schulen

In der nächsten Sitzung des Kreisschulausschusses wird das Thema Oberschule für Soltau auf der Tagesordnung stehen. Dabei wird es drum gehen, zunächst eine Befragung der Eltern schulpflichtiger Kinder der 3. und 4. Klassen an den Grundschulen in Soltau und Wietzendorf durchzuführen, um das Interesse eines gymnasialen Angebotes einer möglichen Oberschule Soltau/Wietzendorf zu erfahren.

Um die Sichtweisen der Soltauer Realschule, Hauptschule und des Gymnasiums kennen zu lernen, hatte die SPD-Kreistagsfraktion Vertreter der Schulen zu einem Gespräch im Rahmen einer Fraktionssitzung in Soltau eingeladen. „Über die bereits erhaltenen schriftlichen Stellungnahmen hinaus war es uns wichtig, diese Frage noch einmal mit den betroffenen Schulen zu diskutieren“, stellte Fraktionsvorsitzender Dieter Möhrmann heraus. Auch Bürgermeister Wilhelm Ruhkopf sowie Vertreter der Soltauer SPD-Stadtratsfraktion gaben ihre vorläufige Stellungnahme ab. Einig waren sich alle darin, die Meinung der Eltern über eine Befragung zu erfahren.

Auch der Wietzendorfer Bürgermeister Uwe Wrieden war der Einladung gefolgt, denn zum Erhalt der Schule in Wietzendorf ist ein Modell angedacht worden, die Klassen 5 und 6 in Wietzendorf in einer Außenstelle der Oberschule Soltau zu beschulen. Dafür wäre eine Oberschule mit gymnasialem Zweig am vorteilhaftesten, weil so alle Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen in Wietzendorf bleiben könnten. Wenn ab Klasse 7 differenziert wird, könnten sie zur Oberschule in Soltau wechseln. „Wir brauchen eine Oberschule in Soltau nicht“, erklärte Schulleiter Hartmut Krause von der Realschule, unterstützt vom Vertreter des Schulelternrates, denn das schulische Angebot der Realschule sei sehr umfassend. Gleichwohl werde man sich dem Vorhaben nicht verschließen. Dann aber solle ein gymnasialer Zweig zur Oberschule gehören.

Das wird vom Gymnasium ganz anders beurteilt, wie der Schulelternratsvorsitzende Dr. Oliver Gossel für die Schule erklärte. Die Schulleiterin des Gymnasiums war der Einladung zum Gespräch nicht gefolgt. Das Angebot des Gymnasiums sei vielfältig. Es bestehen Bedenken, ob bei geringeren Schülerzahlen das Angebot in der heutigen Breite am Gymnasiums aufrechterhalten bleiben kann. Dass es tatsächlich durch eine Oberschule mit gymnasialem Zweig zu einer weiteren Reduzierung der Schülerzahlen am Gymnasium kommen könne, machten weitere Wortmeldungen deutlich: Schon heute werde von Realschülern mit erweitertem Abschluss nach Klasse 10 häufig das gymnasiale Angebot der BBS gewählt statt des Gymnasiums, auch weil dort nach Klasse 13 das Abitur abgelegt werden kann.

Katrin Stupeit, kommissarische Leiterin der Hauptschule Soltau, sieht den Zusammenschluss der Haupt- und Realschule zur Oberschule eher skeptisch. Der Weg sei jedoch nicht aufzuhalten. Das zeige schon die Entscheidung der Schulbehörde, die Stelle der Leitung der Hauptschule Soltau nicht mehr auszuschreiben. Noch habe die Hauptschule keine Probleme mit den Schülerzahlen, doch in den nächsten Jahren könne es dazu kommen.