Arbeitsgruppe Wirtschaft & Verkehr der SPD-Landtagsfraktion: Informationsgespräche bei erixx und Stadt Soltau

Die Arbeitsgruppe Wirtschaft und Verkehr der SPD-Landtagsfraktion unter Leitung des Landtagsabgeordneten Gerd Will besuchte den Wahlkreis von Dieter Möhrmann, um am Band eine Regionalkonferenz als Wirtschaftsdialog durchzuführen. Am Nachmittag standen Informationsgespräche beim Unternehmen erixx GmbH und bei der Stadt Soltau auf dem Programm.

Pünktlich zum Foto fuhr der erixx in den Soltauer Bahnhof ein. Von links: erixx Betriebsleiter Johann Ubben, parlamentarischer Referent Clemens Wirries, die SPD- Landtagskandidaten Michael Lebid und Cornelia Baden sowie die Landtagsabgeordneten Ronald Schminke, Dieter Möhrmann, Olaf Lies und Gerd Will.

Johann Ubben, Betriebsleiter des Unternehmens erixx, freut sich schon auf das Jahr 2016. Dann könnte nach einem geplanten Baubeginn im Jahr 2014 das mittlere Teilstück der Heidebahn zwischen Walsrode und Soltau fertig ausgebaut sein. „Dann können wir endlich durchgängig Tempo 120 km/h fahren.“ Nach einem holprigen Beginn – „Wir haben die Strecke mit einem sehr ambitionierten Fahrplan übernommen.“ – sind heute nur noch ganz vereinzelt Klagen wegen Unpünktlichkeit zu hören. „Die sind dann aber meistens auf Umstände zurückzuführen, die ihre Ursache nicht bei erixx haben.“

Für eine Aufhebung der Brechung des Verkehrs mit dem Umsteigen in Soltau in Nord-Süd-Richtung, machte er unter den aktuellen Bedingungen keine Hoffnung. „Drei Minuten Verspätung in Soltau schaukeln sich bis zum Erreichen in Hannover auf 25 Minuten hoch, da erixx sich dann anders in den Schienenverkehr um Hannover einreihen muss.“ Dies ist keine gute Nachricht für Nutzer der Heidebahn, die nördlich von Soltau in den Zug Richtung Hannover einsteigen. Hinzu kommt, dass der Bahnhof Soltau nicht barrierefrei ist und die Fahrgäste die Treppe hinunter durch einen Tunnel auf einen anderen Bahnsteig hasten müssen. Nicht immer klappt es dann mit dem Anschluss. Erst wenn sich die Gleisverfügbarkeit im Knoten Hannover entspannt, kann an eine Aufhebung der Brechung gedacht werden. „Die Zeitfenster in Buchholz und in Hannover stehen fest für die eingleisige Strecke, da ist nur geringer Spielraum.“

Seit drei Monaten werden Fahrgastzählungen vorgenommen, die aktuell der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) übergeben wurden. „Tendenz sehr viel plus“, freute sich Betriebsleiter Ubben. Seit erixx den Betrieb auf der Strecke übernommen hat, sind moderne Züge im Einsatz. Über die Internetseite von erixx kann der Echtzeitbetrieb der Züge abgerufen werden. Dies soll noch durch die Einrichtung einer App für Smartphones erleichtert werden. Geplant sind auch Monitore in den Zügen, die über den Echtzeitbetrieb Auskunft geben und auch Anschlusszüge abbilden. „Über das Thema Pünktlichkeit sprechen wir inzwischen gern. Das System läuft rund.“ Einzelfälle kämen aber immer mal vor.

Thema war auch die Einbeziehung von erixx in das Semesterticket der Universität Göttingen. Hier werden die erixx-Züge ab dem 30. September 2012 nicht mehr integriert sein. Das Studierendenparlament hatte in einer AStA-Veröffentlichung erklärt, das Unternehmen erixx verlange einen zu hohen Preis. Dieser Aussage traten Pressesprecherin Simone Heitmann und Betriebsleiter Johann Ubben entgegen. Tarife werden auf Basis der von der LNVG (Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH) in Auftrag gegebenen Verkehrserhebung 2011 eruiert: Je mehr Studierende auf einer Strecken fahren, je höher der Beitrag der jeweiligen Universität. Im Fall der Universität Göttingen sei der AStA sehr spät auf die erixx GmbH zugekommen, da sie im Gegensatz zu anderen Universitäten vom Betreiberwechsel im Heidekreuz nichts wussten. Man sei schließlich der Universität in den Tarif-Verhandlungen preislich sehr entgegen gekommen. Nach Rücksprache mit der LNVG habe man als Ausnahme für das Wintersemester 2012/13 den Preis pro Student und Semesterticket von ursprünglich 3,03 Euro auf 2,80 Euro für die Universität Göttingen senken können. „Wir geben hier schließlich das Geld des Landes aus“, erklärte Ubben.
So beträgt der Tarif für das Wintersemester an der Ostfalia Universität zum Beispiel 3,33 Euro pro Student und Semesterticket. In erneuten Verhandlungen sei das Preisangebot der erixx GmbH von 2,80 Euro von der Universität Göttingen abgelehnt worden. Aufgrund dieser Entscheidung gibt es für ihre Studierenden ab dem nächsten Semester keine Ermäßigungen mehr für Fahrten mit dem erixx. Von den Vertretern der erixx GmbH wurde betont, man stehe selbstverständlich für Tarifverhandlungen zum Sommersemester 2014 zur Verfügung.

Hinsichtlich des Hafen-Hinterlandverkehrs wurden die Y-Trasse und ihre Alternativen von SPD-Seite angesprochen. Es gebe die Varianten klassisches Y mit Personen- und Güterverkehr, ein Güterverkehrs-Y sowie ertüchtigte Schienenverkehrsstrecken, die in eine Gesamtbetrachtung einbezogen werden. „Mitte 2013 wissen wir mehr, wohin der Weg gehen soll, wenn alle Varianten durchgerechnet sind“, ergänzte Dieter Möhrmann.