Struktur des Industrieparks stärker berücksichtigen

Die aktuellen Entwicklungen im Industriepark Walsrode standen im Mittelpunkt eines Besuchs des Europaabgeordneten Bernd Lange im Industriepark Walsrode. Gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil und dem Bomlitzer Bürgermeister und SPD-Landtagskandidaten Michael Lebid sprach Lange dabei mit der Leitung des Industrieparks über die aktuellen industriepolitischen Herausforderungen.

Von links: Dirk Röske, Michael Lebid, Bernd Lange, Lars Klingbeil und Gerrit Lieske

Gerrit Lieske, Leiter Industriepark Walsrode, stellte in einer Präsentation die Geschichte des Industriestandortes Bomlitz, sowie die wichtigsten Zahlen und Fakten zum Industriepark vor. Nicht zuletzt auch dank der strukturellen Anpassung mit Gründung des Industrieparks vor elf Jahren sei der Industriepark mit seinen rund 2500 Mitarbeitern in 21 Unternehmen immer noch einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Region.

Die Struktur des Industrieparks biete insbesondere für Industrien mit hohem Bedarf an Infrastrukturleistungen einen großen Vorteil. Hier punktet der Industriepark Walsrode durch ein eigenes Gas-Turbinenkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung und einem durchschnittlichen Nutzungsgrad von über 80 Prozent. Auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung könne durch die starke Industrieparkgemeinschaft seit Jahren über Bedarf ausgebildet werden. Dow Wolff Cellulosics biete darüber hinaus das sogenannte EDGE-Programm an, bei dem Hochschulabsolventen in einem ausführlichen Ingenieurs-Traineeprogramm fit für den internationalen Projekteinsatz gemacht werden.

Leider werde die Industrieparkstruktur häufig nicht vom Gesetzgeber mit bedacht, was zu Problemen in der alltäglichen Arbeit führe, so Lieske. Beispielhaft sei dies aktuell bei der Abrechnung der Netzentgelte zu beobachten gewesen. Klingbeil versprach dies in Berlin zu thematisieren. Lange und Klingbeil machten zudem deutlich, dass das Konstrukt des Industrieparks in der aktuellen politischen Diskussion zu wenig Berücksichtigung findet.

Darüber hinaus sei man im Industriepark Walsrode nach wie vor offen für weitere Unternehmen. Hierfür sei die koordinierte Wirtschaftsförderung mit „Deltaland“ ein wichtiger Schritt und erster Ansprechpartner für potentielle Neuansiedler. In der Vergangenheit waren Ansiedlung meist an der Struktur der Wirtschaftsfördermittel gescheitert, die an anderen Standorten beispielsweise in den neuen Bundesländern oder in Osteuropa besser abrufbar seien. Ein Thema, dessen Bernd Lange sich in seiner Funktion als Europaabgeordneter annehmen will.