Unterbringung von Fundtieren: Kompetenz-Wirrwarr und Überlastung der Tierheime

Bundesweit gibt es Probleme für die Tierschutzvereine, Tierheime ohne Verluste zu betreiben. „Dies gilt auch für unseren Heidekreis“, hebt der SPD-Landtagsabgeordnete und Vizepräsident des Landtages hervor. „Bezogen auf die Heideregion im Norden unseres Landkreises gibt es Gespräche zwischen dem Tierschutzverein für den Altkreis Soltau und den Kommunen über die weitere Finanzierung des Tierheims sowie der Unterbringung von Fundtieren, die aber noch nicht abgeschlossen sind.“

Für deren Versorgung sind die „Fundbehörden“ zuständig, die diese Aufgabe in der Regel auf Tierheime übertragen und dafür finanziell aufkommen müssen. Schwierig ist die Differenzierung zwischen tatsächlichen Fundtieren und ausgesetzten Tieren. Strittig ist meistens der Zeitraum der finanziellen Unterstützung für Fundtiere: sechs Monate oder weniger?

Dies nahm der Abgeordnete zum Anlass zu recherchieren und fand heraus, dass es weder bundes-, noch landesweit einheitliche Regelungen gibt. „Wir brauchen eindeutige und einheitliche Regelungen“, fordert Möhrmann und hat sich zu diesem Themenkreis mit einer umfangreichen Anfrage an die Landesregierung gewandt. Für ihn ist es auch wichtig zu erfahren, ob und wie sich das Land an der Lösung der finanziellen Probleme beteiligen würde. Eine Facette des Problems ist die starke Vermehrung der wild lebenden Katzen. „Im Landkreis Verden beispielsweise hat man gute Erfahrungen gemacht mit der Zwangskastration von frei laufenden Katzen. Bei solchen sinnvollen Aktionen wird aber auch immer zuerst die Frage zu klären sein: Wer trägt die Kosten?“

In einer aktuellen Entschließung fordert der Bundesrat die Bundesregierung auf: „…bei der bevorstehenden Überarbeitung des Tierschutzgesetzes eindeutige gesetzliche Regelungen für die Betreuung und Unterbringung von verlorenen oder entlaufenen sowie ausgesetzten, zurückgelassenen oder anderweitig herrenlosen Tieren einzuführen. Dies schließt eine Regelung für Zweifelsfälle ein.“ Die SPD-Bundestagsfraktion hatte bereits mit einem Antrag „Tierheime entlasten – einheitliche Regelungen schaffen“ Anfang dieses Jahres die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert, dies wurde jedoch von den Koalitionsfraktionen abgelehnt. Dieter Möhrmann ist gespannt, wie sich das Land Niedersachsen bei der Abstimmung im Bundesrat verhalten hat. Dies besonders vor dem Hintergrund, dass ihm gegenüber das Landwirtschaftsministerium in Hannover Anfang des Jahres erklärt hatte, man wolle sich hier nicht engagieren, denn es handele sich um eine kommunale Aufgabe.